17.04.09

Welche Farbe hat Gott?

Nette Begegnung im Flugzeug von Denver nach Frankfurt. Ein 12-jähriger Junge sitzt neben mir. Er hat seinen Freund vom Schüleraustausch besucht. Und wenn man der einzige ist, der deutsch spricht, dann entspinnt sich schon mal ein nettes Gespräch. Irgendwann sind wir dann auch bei Gott gelandet, und der Junge erzählt mir, dass er ja so seine eigene Meinung über Gott habe. "Und wie ist deine Meinung über Gott", frage ich ihn. Die Antwort kommt schnell: "Ich habe neulich Gott gesehen. Sie ist schwarz!". Puh! Gleich zwei Hämmer für einen christlich sozialisierten Journalisten aus Deutschland. Ich erinnerte mich sofort an unseren Besuch auf Haiti, wo ich nach einer halsbrecherischen Fahrt auf einem Pickup in die Berge von einem der Lehrer die Frage gestellt bekam: "Steve, ist Gott weiß oder schwarz?" Meine Antwort kam schnell: "Wenn ich die Bibel richtig verstehe, wird es irgendwann in der Zukunft eine Zeit geben, wo Gott jedem von uns einen neuen Körper gibt. Und dann ist diese Frage völlig belanglos", sage ich. "Und wenn ich die Bibel falsch verstehe und wir später keinen neuen Körper bekommen, dann bin ich mir sicher, dass wir alle neue Augen bekommen. Und dann ist diese Frage auch belanglos."

12.04.09

Mehr vom Leben (1)

Gehörst du auch zu den Menschen, denen es nicht reicht, was sie bisher erreicht haben? Kennst du auch dieses berühmte „Loch in der Seele“, das immer wieder neu ausgefüllt sein will? Mich beschleicht manchmal das Gefühl, noch nicht genug vom Leben bekommen zu haben, obwohl ich im Rückblick keinesfalls leer ausgegangen bin. Aber: „Da muss doch noch mehr sein“, sage ich mir und gehe immer wieder neu auf Entdeckungsreise. Die bisherigen Erfahrungen und Erlebnisse gehören zu meinem Leben dazu, und deshalb habe ich sie gut in meinem Reisegepäck verstaut und achte darauf, dass sie mir nicht verloren gehen. Aber: Ich möchte mehr vom Leben haben! Ich möchte nicht stehen bleiben, wo ich gerade angekommen bin, sondern möchte weitergehen, weil ich sicher bin, dass ich noch lange nicht am Ziel bin.

Was heißt es eigentlich, mehr vom Leben zu haben? Für mich bedeutet es, dass ich jeden Tag offen sein möchte für neue Gedanken, Wege, Menschen und auch für neue Erkenntnisse. Ich muss nicht bleiben wie ich bin! Eine Weiterentwicklung oder sogar das Einschlagen einer völlig neuen Richtung ist zu jedem Zeitpunkt meines Lebens möglich. Vorausgesetzt, ich möchte mehr vom Leben haben. Ich kann mir bewusst Dinge vornehmen, die ich bisher in meinem Leben nicht so gut geschafft habe. Oder aber ich trainiere so lange, bis ich auch größere Berge bewältigen kann. Vielleicht schaffe ich es ja mal, mir nicht nur Ziele zu stecken, sondern sie auch zu erreichen. Oder ich merke auf einmal, dass Atemholen und Ausruhen genauso weiterbringt wie nur zu rennen, jagen und zu hetzen.

Dabei geht es aber nicht ausschließlich um eigene Erfahrungen oder um Selbstmotivation. Wenn wir „mehr vom Leben“ haben möchten, sollten wir immer wieder an die Quelle des Lebens gehen, um frisches Wasser zu erhalten. Der Erfinder des Lebens bietet sich selbst als diese Quelle des Lebens an. Jesus Christus hat gesagt (Johannes 14,6): „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“

Wer mehr vom Leben haben möchte, sollte an ihm nicht achtlos vorüber gehen, denn Weg, Wahrheit und Leben zu sein, das sind ganz schön steile Worte! Bei meiner Suche finde ich aber gerade bei Jesus immer wieder Antworten, die ich gut gebrauchen kann. Gerade weil ich mehr vom Leben haben will.

07.04.09

Ostergedanken

Zum höchsten christlichen Fest, das es gibt - die Basis dessen, was wir glauben und leben! - hier ein paar Gedanken von Lothar Zenetti:

Ich war im Kino
Blutüberströmt
fertiggemacht
fiel einer um
als letzter von allen -
das war ein Western!

Ich war in der Kirche
Blutüberströmt
fertiggemacht
stand einer auf
als erster von allen -
das war ein Ostern!

27.03.09

Mehr vom Leben (3)

Glaube bis zum Martyrium -Anni Roth

Auf Hitlers Mordliste standen unter Ungarn Juden, die nach Auschwitz deportiert werden sollten. Anni Roth war Jüdin und eine Zeitlang dem Spiritismus zugetan, entschied sich aber Ende der zwanziger Jahre für den christlichen Glauben und Jesus Christus. Sie wohnte in der Mitte der Stadt und hatte ein Fotoatelier. Da sie als beste Fotografin in der Stadt galt, hatte sie eine große Kundschaft. In ihrem Haus fanden auch immer wieder Gottesdienste statt. So entstand Gemeinde, am Tag war die Wohnung Fotoatelier, am Abend Gemeindesaal. Ende der dreißiger Jahre setzte auch in Ungarn die Judenverfolgung ein. Anni Roth kam ins Ghetto und sollte auch nach Auschwitz deportiert werden. Der international bekannte und von der ungarischen Regierung geschätzte Universitäts-Professor Franz Kiss (Budapest), verwandte sich für die Judenchristin. So bekam Anni Roth einen Schutzpass. Diesen hat sie jedoch nie in Anspruch genommen. Sie wollte die deportierten Juden mit ihrem Zeugnis von Jesus Christus begleiten. Anni Roth kehrte von Auschwitz nie zurück. Am 1. Juni 1944 schrieb sie an Professor Kiss: "Ich musste durch viele Kämpfe gehen, bis ich mich dem Leiden und dem Tod hingeben konnte...Wie wunderbar zu wissen, dass mein Abschied nicht für ewig gilt! Wie schön wird es im Himmel sein!"

25.03.09

Mehr vom Leben (2)

Der Engel der Gefangenen - Mathilda Wrede


Im Alter von 17 Jahren hatte Mathilda Wrede einen bösen Traum. Sie sah einen verzweifelten Mann in großer Not, gefesselt mit Ketten an Händen und Füßen. Weinend erwachte sie mitten in der Nacht. Solche unheimlichen Menschen kannte sie aus ihrem Elternhaus. Als Gouverneur von Finnland beschäftigte ihr Vater Sträflinge. Was sollte dieser Traum bedeuten? Sie betete, schlug ihre Bibel auf und stieß auf das Wort: „Sage nicht: Ich bin zu jung!“ Am nächsten Morgen ging sie auf einen dieser Kriminellen zu und sah ihm ins Gesicht. Tatsächlich! Genau diesen Mann hatte sie nachts im Traum gesehen. Als sie den Häftling ansprach, fasste er Vertrauen: „Sie sollten ins Gefängnis kommen und mit uns reden. Das wäre gut für uns alle.“ Die junge Baronesse ging, weil Gott sie dazu rief. Leibeigene Gottes nannte man sie später. Als Gouverneurstochter standen ihr die Türen der Gefängnisse offen. Sie setzte sich auf die Pritsche neben Mörder, Lebenslängliche und andere Schwerverbrecher. „Natürlich zittert mein Herz“ sagte sie, aber ich habe Gott hinter mir.“ Darum kann ich einer Welt voll Widerspruch begegnen. So gewann sie „als Engel der Gefangenen“ ihr Vertrauen. Mancher Zuchthäusler legte bei ihr eine Beichte ab, und sie konnte ihm die frohe Botschaft der Vergebung durch Jesu Opfertot zusprechen. Sie kannte nur ein Mittel, um einen unverbesserlichen Verbrecher zu verändern: die Kraft Gottes.

Zu ihrem 23. Geburtstag schenkte ihr Vater ihr ein Haus. Hier konnte sie eine Heimat für Strafentlassene einrichten. Bis zu ihrem Tod im Alter von 64 Jahren erfüllte sie gehorsam den Auftrag ihres Königs, dessen Sache Eile hat. Das gilt auch heute noch!